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19. April 2022

WGI-Symposium „Olympischer Sport in der Tradition der Antike“ am 11. Juli 2022

Pierre de Coubertin betonte bei seinem Plan zur Durchführung Olympischer Spiele am Ende des 19. Jahrhunderts immer wieder, dass er und die anderen Mitglieder des 1894 gegründeten Internationalen Olympischen Komitees die Absicht gehabt hätten, die Olympischen Spiele der Antike wieder aufleben zu lassen und neu zu begründen. Konsequenterweise wurden deshalb in Griechenland die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit 1896 in Athen durchgeführt. Das Vorbild der Antike stand in dieser Epoche des Neuhumanismus den gebildeten Schichten in ganz Europa vor Augen, besonders jedoch in Deutschland.

Das gilt auch für Willibald Gebhardt, den „deutschen Coubertin“, nach dem das Willibald Gebhardt Institut an der WWU Münster benannt ist, das in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag feiert. Das WGI wird in seinem 30-jährigen Jubiläumsjahr zum Thema der antiken Tradition der Olympischen Spiele am 11. Juli 2022 im Franz Hitze Haus in Münster ein ganztätiges Fachsymposium mit Expertinnen und Experten ausrichtet.

Den Einleitungsvortrag wird der Altmeister der deutschen Sportgeschichte, Prof. Dr. emer. Manfred Lämmer aus Köln halten. Er spricht nicht nur als Fachmann für die antike Geschichte Olympias, sondern auch als Kenner der modernen olympischen Geschichte. Lämmer ist im Ehrenamt seit vielen Jahren Vizepräsident der Deutschen Olympischen Akademie.

Prof. Dr. Michael Krüger und Cand phil. Florian Wittmann aus Münster werden über Antikerezeption der deutschen Turner im 19. Jahrhundert und deren Verständnis der antiken Olympischen Spiele sprechen. Dr. Ansgar Molzberger von der Deutschen Sporthochschule in Köln setzt sich im Anschluss mit den Olympischen Spielen von Stockholm 1912 auseinander, bei denen nach dem Vorbild der Antike ein moderner Pentathlon durchgeführt wurde.

In der Nachmittagssession sprechen Dr. Emanuel Hübner und Dr. Christian Wacker über die Antikerezeption bei den Spielen von 1936 und 2004. Beide Referenten sind ausgewiesene Experten sowohl der Geschichte der Antike als auch der Moderne. Hübner ist studierter Althistoriker und promovierte über die Geschichte des Olympischen Dorfes bei den Spielen von 1936. Wacker promovierte als Mitglied im Team des langjährigen Ausgrabungsleiters in Olympia über das Gymnasion in Olympia. Er leitete zahlreiche Sport- und Olympiamuseen und ist Vorsitzender der Olympiahistoriker.

Den Schluss- und Höhepunkt des Symposiums bildet der Vortrag der Philosophin und Sportpädagogin PD Dr. Claudia Pawlenka aus Düsseldorf. Sie war 2011 Preisträgerin des Wissenschaftspreises des Deutschen Olympischen Sportbundes mit einer sportethischen Arbeit zum Doping.

Am Ende der Fachtagung ist eine Diskussion der Referentinnen und Referenten mit dem Podium vorgesehen.

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