Heiko Wagner, Vizepräsident

Kompetenzbereich Leistungssport mit dem Schwerpunkt Bewegungswissenschaft: Biomechanik und motorische Kontrolle

Wir untersuchen die Interaktion zwischen mechanischen Eigenschaften des Muskel-Skelett-Systems und Aktivierungsmustern insbesondere der spinalen Haltungs- und Bewegungskontrolle.

Ein besseres Verständnis der Entwicklung der menschlichen Bewegung und Verhaltens ist wichtig, um diagnostische Methoden und therapeutische Interventionen zu entwickeln für ein unabhängiges und schmerzfreies Leben.

Wir untersuchen die physiologische und patho-physiologische Entwicklung des menschlichen Bewegungsverhaltens. Insbesondere sind wir an dem komplexen Zusammenspiel zwischen der Biomechanik und der motorischen Kontrolle von Bewegungen interessiert. Hierzu sind Studien zur Beeinträchtigung aufgrund von muskuloskeletalen Schmerzen, neurodegenerativen Krankheiten oder kognitiven bzw. psychologischen Zuständen sehr aufschlussreich.

Wir untersuchen die kindliche Entwicklung grundlegender motorischer Fähigkeiten und Fertigkeiten, bei Kindern mit und ohne kognitiven und motorischen Einschränkungen, z.B. Down Syndrom, geistige Behinderung oder motorischer Auffälligkeiten, bis hin zu Störungen des Körperbildes bei Anorexia Nervosa.

Um unsere Forschungsfragen zu beantworten, messen und analysieren wir kinematische, kinetische und neurophysiologische Bewegungsaspekte in unseren Laboren. Das Bewegungslabor OpenLab am Institut für Sportwissenschaft bietet zahlreiche experimentelle Möglichkeiten zur Erforschung dieser Fragestellungen. Mittels eines Bewegungsanalysesystems bestehend aus 16 Hochgeschwindigkeits­kameras und acht Kraftmessplatten in einem 20 m x 10 m großen Labor sind wir in der Lage, Bewegungsabläufe mit hoher zeitlicher und räumlicher Genauigkeit aufzuzeichnen. Simultan können dabei die Hirnaktivität, die Blickbewegungen und die Muskelaktivität mit Aufbauten wie Laufband, Ergometer und Projektionsflächen gemessen werden. Es können Einzelbewegungen bis hin zu Experimenten mit Sportmannschaften unter realistischen Bedingungen analysiert werden.

Wir entwickeln Computermodelle des menschlichen Bewegungsapparates, um die experimentellen Befunde zu erklären und die komplexe Neurophysiologie des Rückenmarks besser zu verstehen.

Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Kompetenzbereichen des WGI und unseren experimentellen und computationalen Methoden ergeben sich herausragende Möglichkeiten zur Diagnose der konditionellen und koordinativen Leistungsfähigkeit einzelner Sportler_innen  und auch ganzer Teams. Diese Leistungsdiagnostik wurde, insbesondere durch den persönlichen Einsatz von Frau Prof. Karen Zentgraf und ihrem Team, bei Spitzensportler_innen der Sportarten Volleyball, Handball und Leichtathletik am Institut für Sportwissenschaft der WWU Münster etabliert. Zukünftig soll aufbauend auf diesen Entwicklungen, die Förderung des Leistungssports für Münster, NRW und dem Bund weiter institutionalisiert werden.Ich freue mich, diese bisherigen Entwicklungen zukünftig durch meine Tätigkeiten im WGI unterstützen zu dürfen.

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