Dennis Dreiskämper, Vizepräsident

Kompetenzbereich Gesundheitssport

Nach meinem Studium der Fächer Sport, Latein und Geschichte (BA of Arts 2008; MA of Education 2011) habe ich ein anschließendes Promotionsstudium (2012-2015) mit Abschluss zum Dr. phil. im DFG-Graduiertenkolleg Vertrauen und Kommunikation in einer Digitalisierten Welt mit einer Arbeit zur Vertrauenswürdigkeit der Anti-Doping Arbeit von Sportverbänden beendet. Seit 2010 bin ich wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsbereich Sportpsychologie der WWU Münster und seit dem Jahr 2011 bin ich mit meinem Arbeitsprofil Kooperationspartner in mehreren WGI-Forschungsprojekten gewesen (Gesundheitsförderung im Ganztag/SpOGATA, gkgk, HCSC, Beweegwijs, ZI:EL). Aktuell führe ich ein BMBF-Forschungsprojekt in Zusammenarbeit des AB European Studies am Institut für Sportwissenschaft der WWU durch, das gemeinsam  mit anderen Partnern in einem interdisziplinärem Forschungsverbund (CombaNet: Gesund aufwachsen (2015-2018),  kommunale Präventionsketten zur Kindergesundheit untersucht. Zudem bin ich in weiteren Projekten wie bspw. GKGK-Deutschland-Polen involviert.

Die Forschungsprojekte im  Kompetenzbereich Gesundheitssport  im WGI konzentrierten sich  im Berichtszeitraum und im Rahmen meiner Mitwirkung vornehmlich auf Projekte und Forschungsfragen aus dem Bereich der Health Enhancing Physical Acitivity (HEPA). Dieser  Begriff umfasst für den Kompetenzbereich im WGI die politischen, organisatorischen, systemischen und individuellen Voraussetzungen und Notwendigkeiten für körperliche   Aktivitäten gleich in mehreren  settings, in denen Kinder und Jugendliche heute aufwachsen. 

Bewegung und Sport werden als unverzichtbarer Bestandteil von  Bildung und Gesundheit verstanden. Damit Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Möglichkeiten haben, tägliche Bewegungszeiten zu erreichen, um gesund zu leben, müssen diese  verschiedenen Settings (Kommune, Schulen/Kindergärten, Familien, Vereine etc.) mehr vernetzt und gefördert werden. Dabei kann einerseits angenommen werden, dass physische Aktivitäten nicht nur die körperliche, sondern auch die psychische und soziale Gesundheit fördern. Andererseits sind die Gründe für Aktivität und Inaktivität komplex: Auf individueller Ebene tragen motorische Fähigkeiten und Fertigkeiten, die Selbstwahrnehmung, aber auch Motivation und Freude zur Aktivität bei. Soziale Einflüsse, genauso wie institutionelle und systemische Bedingungen (Barrieren, Anreize, Angebote, fachliche Qualifikationen der Verantwortlichen etc.), können sportliche Aktivität fördern, aber auch erschweren in allen Altersgruppen.

Im Kompetenzbereich Gesundheitssport wurden in den vergangenen zehn Jahren im WGI zahlreiche Forschungsprojekte durchgeführt, die diese Zusammenhänge untersuchen und gesundheitsbezogene physische Aktivität gefördert haben. Hierzu zählen von der Europäischen Kommission und von EUREGIOs  geförderte Projekte wie „Gesunde Kinder in Gesunden Kommunen“ (2006-2014) und „Healthy children in sound communities – preparatory actions in the field of sport“ (2010-2011); der Aufbau einer  WGI-Online-Datenbank (seit 2012) für das (Selbst-)Monitoring einer altersgemäßen, körperlich-motorischen Entwicklung im Kindesalter; die Evaluation des offenen Ganztags in NRW im Projekt SpOGATA (2008-2012), die Evaluation des ZI:EL-Projekts der deutschen Sportjugend (dsj; 2015-2016), die Mitarbeit am Erasmus+Projekt  „Active School Communities“ (2016-2017) und die Mitarbeit beim European Schoolsport-Day in Münster/ Enschede (2016, 2017).

Im Rahmen dieser WGI-Projekte habe ich in den letzten Jahren, oft gemeinsam mit Till Utesch und Roland Naul, zahlreiche nationale und internationale Vorträge auf Kongressen und Konferenzen gehalten, so zum Beispiel auf den HEPA-Konferenzen in Amsterdam 2011, Zürich 2014 und Belfast 2016, dem ISSP-Congress 2013 in Peking, auf AIESEP-Kongressen in Auckland 2014 und Madrid 2015 sowie auf anderen nationalen und internationalen Tagungen von sportpädagogischen und sportpsychologischen Fachverbänden (dvs-Hochschultag, 2011, 2013, 2015, 2017 asp-Jahreskonferenzen und FEPSAC-Kongressen, 2011, 2015).  Aktuell wird das durch Dennis Dreiskämper, Till Utesch und Maike Tietjens erarbeitete Motor Development for Health Enhancing Physical Activity Model in verschiedenen Projekten empirisch überprüft. Für das Jahr 2018 ist eine Kooperation mit der Fachhochschule für Management und Sport, Potsdam, im Rahmen des neuen INTERREG Va Projektes „Gesunde Kinder in gesunden Kommunen“ zwischen fünf deutschen und polnischen Kommunen an der Grenze zwischen Deutschland und Polen in Vorbereitung.

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