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Europa-Projekte

Seit der  Gründung des WGI am 5.5.1992 in Essen gehört  das Thema Europa zu einem der Standbeine in Forschung und Entwicklung, Wissenschaftstransfer und Qualifizierungsmaßnahme des Instituts. In jedem der bisher veröffentlichten acht Rechenschaftsberichte des WGI wurden grenzüberschreitende und europaweite Projekte beschrieben und zusammenfassend dokumentiert aus Anlass der 10-, 15,- und 25-jährigen Gründungsjubiläen des Instituts (Naul, 2002; Naul, 2009; Naul et al., 2018).

Das Themenspektrum der Projekte konzentriert sich auf Fragestellungen und Entwicklungsprobleme im Schulsport sowie im Kinder- und Jugendsport in Sportvereinen. Motorische  Entwicklungsprobleme und Gesundheitsförderung sind Gegenstand von Längsschnittstudien im Grundschulalter mit Partnern aus Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden und mit Partnern aus Brandenburg und Polen im Rahmen von verschiedenen INTERREG IV und V-Projekten.

Darüber hinaus war und ist das WGI lead partner und Partner in mehreren Erasmus- und Erasmus+ Projekten wie z.B. „Active School Community“ (ASC, 2016-2017) und „European Physical Education Observatory“ (EuPEO, 2018-2021). Hier arbeitet das WGI mit anderen Hochschulinstituten und nationalen und internationalen Fachverbänden aus dem Schul- und Jugendsport (u.a. EUPEA, ENGSO Youth, CEREPS) aus zahlreichen EU-Ländern zusammen. In Kooperation mit der Sport Unit der Europäischen Kommission (EC) und EACEA hat das WGI auch an der Entwicklung der „EU-Physical Activity Guidelines (2008) und an den Kriterien zum Monitoring dieser Guidelines (2012/13) mitgewirkt.

Literaturangaben

Naul, R. (2002). Das Willibald Gebhardt Institut – ein internationales Forschungsinstitut für Olympische Erziehung. In T. Jurka (ed.). Studia z Dziejow Kultury Fizycznej (pp. 113.121). Gorzow: KLKP.

Naul, R. (2009). Das Willibald Gebhardt Institut: Von der Idee der Institutsgründung -20 Jahre Forschung und Entwicklung (1989-2009). In R. Naul, A. Krüger & W. Schmidt (Hrsg.) Kulturen des Jugendsports. Bildung, Erziehung und Gesundheit (pp. 283-299). Aachen: Meyer & Meyer.

Naul, R., Dreiskämper, D. ,Dorkewitz, I., L`Hoir, M. ,Heemsoth, S., Tietjens, M. Utesch, T. & Strauss, B.(2018). Gesunde Kinder in gesunden Kommunen – Healthy children in sound communities. In WGI (Hrsg.) WGI-Report 2013-2017 (pp. 32-39). Münster: WGI.

Projekt Europawoche 2019

Seit mehr als 50 Jahren wird der 9. Mai als Europatag gefeiert. Seit dem Jahr 1995 wird um den 9. Mai herum die Europawoche durchgeführt mit zahlreichen Veranstaltungen in Kommunen und Bildungseinrichtungen im Land Nordrhein-Westfalen. Auch der Sport ist im Laufe-der letzten 25 Jahre fester Bestandteil dieser Europawoche geworden. Im Jahr 2019 hat das Institut für Sportwissenschaft der WWU gemeinsam mit seinem An-Institut, dem Willibald Gebhardt Institut e.V., mit zwei Themenveranstaltungen zur Europawoche NRW beigetragen, die von dem Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten des Landes NRW gefördert wurden.

Unter dem Motto „Europa – wertvoll-gestalten“ wurde am 6.Mai 2019 eine Podiumsdiskussion mit dem Thema „Werte im Sport – Werte für Europa?“ im Schloss der WWU durchgeführt. Das Impulsreferat wurde von Frau Dr. Karen Petry (Deutsche Sporthochschule Köln) gehalten. Anschließend diskutieren Josefine Paul (MdL), Karin Reismann (Mitglied im Euregio-Rat Gronau-Enschede und des Sportausschusses der Stadt Münster) gemeinsam mit Angelika Wiedau-Gottwald (Schulleiterin aus Appelhülsen), Thomas Austermann (Sportjournalist, Münster) und Hannah Pauly (Erasmus-Studentin aus Münster/Amsterdam) unter Moderation von Roland Naul (WGI) über Soll und Haben der Werte im Sport: Können Bruchlinien zwischen Ländern in der EU über alte und neue Werte, auch aus dem Sport, überwunden werden? Kann der Sport mit seinen Werten, die selbst Bruchlinien mit Gewalt, Doping und Korruption zeigen, nach wir vor ein Brückenbauer in Europa sein?

Als Fazit wurde festgehalten: Angesichts der Entwicklungen in der EU, die sich mehr und mehr von der ehemaligen Wertegemeinschaft hin zu einer Schicksalsgemeinschaft verändere, müsse die Gesellschaft grundsätzlich dazu bereit sein, es wichtig zu finden, die pädagogische Nutzbarkeit des Sports zu betonen und daraus Werte thematisieren, reflektieren und weiterführen. Der Sport müsse klare Handlungsmotive ausarbeiten und leben. Wenn sich der Sport dieser Aufgabe stellt, kann er weiterhin als Brückenbauer wirken. Aber der Sport wehrt sich dagegen, als Allheilmittel angesehen zu werden.

Tags danach, am 7. Mai 2019, wurde unter dem Motto „Europa – einfach – machen“ am Institut für Sportwissenschaft der WWU das Werte-Thema auf Entwicklungen im europäischen Schulsport bezogen: „Werte im Schulsport der EU – Werte für Europa?“. Das Impulsreferat mit einer sehr informativen Übersicht über Aktionen und Maßnahmen der Europäischen Kommission (Brüssel) zum Schul- und Jugendsport, hielt Dr. Claude Scheuer, Universität Luxemburg und Präsident des Europäischen Sportlehrerverbandes (EUPEA). Nach dieser Einleitung stellten drei Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus dem Institut für Sportwissenschaft in Kurzvorträgen drei europäische Forschungsprojekte vor: Lena Henning referierte über eine deutsch-polnische Interventionsstudie zur Förderung eines aktiven Lebeisstils bei Grundschulkindern (gkgk/zdzg). Anschließend berichtete Stefanie Dahl über Eckdaten des Projektes „European Physical Education Observatory (EuPEO), in dem Partner aus 8 europäischen Ländern gemeinsam Qualitätsstandards für den Sportunterricht beobachten und analysieren. Abgeschlossen wurde dieser zweite Teil der Veranstaltung mit einem Forschungsbericht von Dr. Till Utesch aus den verschiedenen Interventionsstudien des WGI über den Zusammenhang von körperlicher Aktivität und psychischem Selbstkonzept.

Als dritter Teil der Veranstaltung fand unter Leitung von Prof. Dr. Nils Neuber eine Talkrunde statt, die sich dem Thema „Welchen Mehrwert besitzt Europa für Schule und Sportunterricht in Deutschland?“ stellte. Teilnehmer waren neben Dr. Martin Jungwirth (ZfL), Claude Scheuer und Johanna Schöll vom Service-Center des IfS vor allem zahlreiche Studierende mit und ohne Erfahrungen als Erasmus-Austauschstudenten.

KONTAKT

Prof. Dr. Dr. h.c Roland Naul
stellv. Präsident, Vizepräsident
Telefon +49 251 83-34854


Weitere Informationen finden Sie unter folgender News-Meldung:

Europawoche: WGI-Veranstaltungen setzen Impulse

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