Nils Neuber, Vizepräsident

Kompetenzbereich Kinder- und Jugendsport

Bewegungs-, Spiel- und Sportaktivitäten gehören zu den häufigsten und subjektiv wichtigsten Tätigkeiten von Kindern und Jugendlichen. Der Sportunterricht ist das beliebteste Fach in der Schule; mit Bindungsraten von bis zu 80% erreicht der Sportverein mehr Heranwachsende als jede andere Jugendorganisation und rund 90% aller Jugendlichen bewegen sich selbstorganisiert. Sporttreiben kann damit ohne Bedenken als „jugendspezifische Altersnorm“ bezeichnet werden (Zinnecker). Bewegung, Spiel und Sport bieten aber nicht nur ein großes Potenzial für eine erfüllte Gegenwart, sondern haben auch eine herausragende Bedeutung für die Entwicklung von Heranwachsenden.

Für die Herausbildung einer eigenständigen Persönlichkeit ist der Kinder- und Jugendsport ein wichtiges Erfahrungsfeld, dessen Bedeutung vor dem Hintergrund seines hohen Identifikationspotenzials kaum hoch genug eingeschätzt werden kann. Insofern trägt Sport zur Bildung von Kindern und Jugendlichen bei. Bildung im Sport vollzieht sich dabei sowohl in formalen Bildungsprozessen, z.B. in Kindertagesstätte und Schule, als auch in informellen Bildungsprozessen, z.B. in Sportvereinen und bei selbstorganisierten Sportaktivitäten. Bildung im 21. Jahrhundert lebt von der wechselseitigen Durchdringung unterschiedlicher Lernorte und -modalitäten.

Allerdings sind die Bildungschancen im Sport ungleich verteilt. Soziale und ethnische Herkunft, Bewegungsstatus und Geschlecht haben erheblichen Einfluss auf das Sportengagement und die damit verbundenen Bildungspotenziale. Vor diesem Hintergrund zielt der Kompetenzbereich Kinder- und Jugendsport auf die Evaluation und Erforschung des pädagogischen Potenzials von Bewegung, Spiel und Sport in schulischen und außerschulischen Feldern. Zugleich werden Entwicklungs- und Qualifikationsprojekte angestrebt. Der Kompetenzbereich arbeitet eng mit dem Centrum für Bildungsforschung im Sport (CeBiS) des Instituts für Sportwissenschaft der Universität Münster zusammen.

Im Berichtzeitraum arbeiteten Professor Neuber und seine Mitarbeiter im Konsortium „SpOGATA“ an der Evaluation von „Bewegung, Spiel und Sport an Ganztagsgrundschulen in NRW“ mit. Er leitete die Forschungsmodulezur Partizipation von Kindern bei der Planung und Durchführung von Bewegungs-, Spiel- und Sportangeboten (2013, 2015) und zur Förderung interkulturellen Lernens im Ganztag (2015). Als Mitherausgeber des „Dritten Deutschen Kinder- und Jugendsportberichtes“ legte er zusammen mit seinen Mitarbeitern eine umfangreiche Analyse zu empirischen Studien in der Ganztagsforschung sowie eines von drei zentralen Basis-Kapiteln über den gesellschaftlichenWandel der zentralen Lebensreiche (settings) von Kindern und Jugendlichen vor. Von 2013-2016 war er Mitbegründer und -herausgeber der „Zeitschrift für sportpädagogische Forschung“. Seit 2017 ist er Mitherausgeber der Zeitschrift für Studium und Lehre in der Sportwissenschaft. Im Jahr 2017 wurde er zum Sprecher des Forschungsverbundes der Deutschen Sportjugend (dsj) gewählt.

Weitere Informationen zu Prof. Dr. Nils Neuber finden Sie hier.